Kenia und Uganda – Von ganz unten nach ganz oben!

Von Tauchen an Kenias Küste über Safaris in der Masai Mara bis Trekking zu den letzten Berggorillas der Welt.
Ein Reisebericht von Katja Nessler

Über diese Reise könnte ich ein Buch schreiben und dabei ist sie nur der 2. Teil einer insgesamt 5-wöchigen Afrikareise. Nach Namibia, Botswana und Simbabwe flogen wir zur Entspannung und natürlich zum Tauchen erst einmal nach Kenia ans Meer.

Die Küste Kenias rund um Diani Beach lässt sich mit einem Wort beschreiben „WOW!“. Puderzuckerweiße Strände treffen hier auf einen tiefblauen bis türkisfarbenen Ozean. Die Hotels „The Sands at Chale Island“ und „The Sands at Nomad“ empfingen uns mit erstklassigem Service, großartigem Essen und einer traumhaften Hotelanlage im wunderschönen Swahili Stil gehalten, umgeben von Palmen und üppigem Grün. Ruhesuchende und Taucher sind hier bestens aufgehoben.

Mit kleinen, gut ausgestatteten Booten ging es in Gruppen von maximal 8 Tauchern hinaus zu den Tauchspots vor der Küste. Rolle rückwärts und ab in die Fluten! Schon nach dem Abtauchen bot sich uns eine sehr schöne, intakte Unterwasserlandschaft voller Leben. Entlang des farbenfrohen Korallenriffs  mussten wir nicht lange suchen und entdeckten schon nach wenigen Minuten einige Besonderheiten. Neben großen Schwärmen, einem sehr interessanten Wrack, das von Schildkröten bewohnt wird, entdeckten wir auf unseren Tauchgängen mehrere Drachenköpfe, unzählige Schnecken, Stachelrochen, Gitarrenrochen, Muränen, Krokodilfische, Schaukelfische, Oktopusse, Napoleons und vieles, vieles mehr. Für Walhaie waren wir Mitte Oktober leider etwas zu früh dran aber an den Steilwänden, Überhängen und Riffblöcken bot sich uns auf  7 bis 32 Metern eine tolle, artenreiche und sehr lohnenswerte Unterwasserwelt.

Erholt, gestärkt und voller Eindrücke flogen wir nach Nairobi, wo wir unsere nächste Tour starteten von Kenia über Uganda nach Ruanda. Schluss mit Komfort!  Ab jetzt war wieder Camping angesagt. Nun könnte ich berichten von Flamingos am Nakuru Lake, von Massai Dörfern, traditionellen Bräuchen, offenherzigen Menschen,  einer Fahrt auf dem Viktoriasee bis zur Quelle des Nils, der quirligen Stadt Kampala oder dem Genozidmuseum in Kigali. Alles Erlebte ist eine Geschichte wert aber dies ist eben kein Buch und ich beschränke mich auf die Highlights.

Kenias bekanntester Nationalpark Masai Mara liegt direkt an der Grenze zu Tansania, auf dessen Seite das Gebiet nicht mehr Masai Mara sondern Serengeti heißt. Die Masai Mara erkundeten wir per offenem Allradfahrzeug und was soll ich sagen – Wer Natur liebt, der kommt hier aus dem Staunen nicht mehr heraus! Saftgrüne Hügel, Savanne, Flüsse und Natur soweit das Auge reicht, bis an den Horizont heran. Die Vielfalt der Tiere, die hier lebt, ist überwältigend: Riesige Büffel- und Antilopenherden, Elefanten und Nilpferde in großen Gruppen, Geparden, Schakale, Hyänen, Leoparden, Löwen, wunderschöne Vogelarten, Zebras, Gnus, Warzenschweine, Nashörner, Paviane und viele, viele mehr. Auf unserer Safari bekamen wir alle und wirklich alle vor unsere dauerhaft klickenden Kameras. Auch wenn die Masai Mara bekannt und beliebt ist, die Anzahl der Safarifahrzeuge hält sich in Grenzen und kein Tier wird gejagt oder bedrängt. 

DAS absolute Highlight dieser Reise liegt und lebt im Hochland Ugandas. Vorab sei gesagt – ein bisschen Fitness sollte man mitbringen. Mit Bergschuhen, Wanderstock, 3 Litern Trinkwasser und Sonnenschutz ausgerüstet wanderten wir zunächst etwa eine Stunde gemäßigt bergauf und entlang von Reisterrassen. Dann wurde der Weg schmaler, steiler und führte in den Dschungel hinein. Plötzlich rief unser Ranger: „Stopp! Hier müssen wir jetzt nach links!“.  Etwas irritiert blickte ich auf den Steilhang und den dichten, scheinbar undurchdringlichen Urwald links von uns.  Unseren Ranger hielt dies nicht auf und mit der Machete bewaffnet schlug er unserer kleinen Gruppe von 8 Personen eine Schneise quer durch den Regenwald. Etwa eine Stunde hangelten wir uns die Hänge hinauf und hinab, umgeben von dichtem Gestrüpp, Lianen und anderem Gewächs. Ohne Handschuhe geht hier nichts! Dann wurde der Ranger plötzlich leiser und langsamer, bog einige große Blätter zur Seite und da waren sie. Ein stolzer Silberrücken, mehrere Weibchen, wilde Teenager und neugierige Babys – die ganze Gorillafamilie war anwesend und beäugte uns neugierig, mit Vorsicht aber ohne Angst. Diese Tiere sind unglaublich menschlich und hochintelligent. Sie schauten uns gutmütig an als ob sie mit uns sprechen wollten. Die Jungen purzelten beim Spielen den Berg runter und wir mussten aufpassen nicht umgekegelt zu werden. Angst hatte ich keine Sekunde lang. Diese Tiere wissen genau wer für sie gefährlich ist und wer nicht. Unsere Zeit bei den letzten Berggorillas der Welt war auf maximal 60 Minuten begrenzt und wir genossen jede Sekunde. Wir dachten: „Wie konnte man diese Wesen nur jagen und in Massen töten?“  Und da standen wir nun mitten im dichten Urwald mit dicken Kullertränen im Gesicht. 

5 Wochen waren wir unterwegs und jeder Tag war ein Erlebnis. Diese Reise trägt für mich das Motto “Once in a lifetime“!

Orca, Ihre Tauchexperten