Sansibar – Puderzuckerstrände, glasklares Meer und eine bewegende Geschichte.
Ein Reisebericht über Sansibar von Katja Nessler

Um 05:55 Uhr landet mein Flug aus Muscat kommend auf Sansibar. Eine Landebahn, ein verfallenes Terminal und die Gepäckausgabe erfolgt über einen zerbeulten Metalltisch – Willkommen in Afrika! Die Sonne ist noch nicht aufgegangen daher sehe ich während der Fahrt wenig von meiner Umgebung, die Schlaglöcher spüre ich dafür aber mehr als deutlich. Der Fahrer ist fröhlich, singt und hat alles im Griff. Im Hotel in Matemwe angekommen muss ich erst einmal schlafen.

 

 

Nach zwei Stunden wache ich auf. Die Sonne scheint und ich gehe von meinem Bungalow in Richtung Strand. Ja, das ist Urlaub. Weißer Sand, wehende Palmen und türkisfarbenes Meer. Nun beginnt eine zweiwöchige Reise, die mich nach Matemwe und Paje führen wird. Mehrere Tauchgänge, eine Inseltour und die Besichtigung Stown Towns stehen auf dem Programm. So viel sei vorweg gesagt, es wird eine großartige Reise.

Sansibar bietet viele Ausflugsmöglichkeiten – Inseltouren zu Gewürzplantagen und in den Nationalpark, Ausflüge in die historische Altstadt Stone Town, Hochseefischen, Schnorcheln und vieles mehr.

Fliegende Händler  gibt es an den Stränden von Paje und Matewe selten. Ein paar Einheimische, die  der englischen Sprache mächtig sind, bieten Ausflüge in die nähere Umgebung an. Und so lerne ich Ally kennen. Nach anfänglicher Skepsis entscheide ich mich für eine Schnorcheltour mit anschließendem Essen im einheimischen Dorf. Wie sich herausstellen sollte, eine der besten Entscheidungen dieser Reise.
Ganz privat geht es zunächst mit einem kleinen Holzboot zur Insel Mnemba und anschließend ins Dorf Matemwe.

Zu Hause bei Freunden

In Allys Heimatdorf gibt es weder Strom, noch fließendes Wasser. Ally lebt mit seiner Frau, seiner kleinen Tochter und ein paar Hühnern in einem selbst erbauten Haus – größtenteils ohne Dach und ohne ein einziges Möbelstück. Ich werde einen Moment still. Die Welt, aus der ich komme ist so weit weg und die Armut, die ich glaube an diesem Ort zu sehen macht mich traurig. Aber während ich mich umsehe, blicke ich in lachende Gesichter, Kinder winken mir zu, Frauen bieten mir gegrillte Muscheln an. Die Menschen hier sind fröhlich – das Meer und die Insel ernähren sie, es gibt Schulen – alles andere ist Luxus.

Ich lerne wie man Fische und Tintenfische ausnimmt und sie nach Sansibar-Art würzt und grillt. Auf dem Boden sitzend essen wir gemeinsam und es schmeckt super. Zum Schluss zeigt mir Ally sein Dorf und den Brunnen, der Wasser liefert für alle Bewohner. Das war ein toller Tag mit ganz besonderen Eindrücken und es sollten weitere  folgen.

 

Die Gewürzinsel kennenlernen

Sansibar ist ausserdem bekannt für Gewürze und natürlich lasse ich mir den Besuch einer Plantage nicht entgehen. Ich kaufe frischen Zimt, Kurkuma und Muskatnuss. Neben der Plantage ist eine Schule und die kleinen, ganz in gelbe Uniformen gehüllten Kinder begrüßen mich, freuen sich über kleine Mitbringsel und hauen sich die Taschen voll. Etwas schüchtern sind sie anfangs. Schließlich bin ich blond und weiß, oder eigentlich schon eher rot. Seltsam diese Europäer.

In Stowntown gehe ich auf den Markt und sehe mir die Kathedrale an. Diese wurde am Platz des ehemaligen Sklavenmarktes erbaut. Stown Town war einst der größte Handelsplatz des Ostafrikanischen Sklavenhandels. Die ehemaligen „Unterkünfte“ der Sklaven und ihre brutale Geschichte erschüttern mich. Das wohldunkelste Kapitel früherer rücksichtsloser Kolonialherrschaft.

Ein Spaziergang durch die Altstadt lohnt sich. Die prachtvolle Architektur der Kolonialhäuser ist vielerorts noch heute sichtbar. Der Tag endet mit einem nicht ganz günstigen aber sehr leckeren Abendessen im Kultrestaurant „The Rock“. Das winzige Restaurant liegt auf einem Felsen im Meer und ist bei Flut nur mit dem Boot erreichbar. Achtung! Eine Reservierung ist dringend zu empfehlen.

 

 

Tauchen auf Sansibar

Mit meinem Reisebericht über Sansibar möchte ich auf jeden Fall auch Eindrücke aus der Unterwasserwelt verbreiten. Die Tauchgebiete von Matemwe im Norden und Paje im Süden sind sehr unterschiedlich. Natürlich möchte ich auch unter Wasser nichts verpassen und entscheide mich für eine Kombination der beiden Tauchregionen.

Der Tauchbetrieb in Matemwe richtet sich nach den Gezeiten. Bei Ebbe können die Boote nicht direkt vom Strand der Tauchbasis abfahren. Alle Taucher und Schnorchler werden dann per Bus zu einem Strand gebracht, von wo das hölzerne Tauchboot starten kann. Auf der Rückfahrt geht es dann direkt per Boot zur Basis von ScubaFish.

In ca. 20 Minuten Bootsfahrt erreichen wir die Riffe der Insel Mnemba. Wir tauchen in glasklarem, türkisfarbenem Wasser ab und bereits beim ersten Tauchgang begegnen wir unterschiedlichsten Fischen in allen möglichen Farben. Tunfische, Muränen, Napoleons, Anemonen-, Stein- und Krokodilsfische sind nur einige Beispiele. Ganz entspannt tauchen wir mit der mäßigen Strömung und werden am Ende des Tauchganges vom Begleitboot wieder eingesammelt. Während der Oberflächenpause werden wir auf dem Boot mit Snacks, Wasser und Tee versorgt.

Matemwe v.s. Paje

Der kleine Ort Paje ist ebenfalls ruhig mit schönen, gemütlichen und preiswerten Bungalowhotels. Im Gegensatz zu Matemwe befinden sich hier entlang des Strandes einige hübsche, kleinere Bars, Restaurants und Souvenirgeschäfte.

Das Buccaneer Diving Center in Paje plant die Bootsausfahrten auch nach den Gezeiten, wobei hier keine Busfahrt stattfindet. Flexibel finden die Ausfahrten je nach Wasserstand morgens, vormittags oder nachmittags direkt vom Strand der Basis statt. Nach gerade einmal 10 Minuten Bootsfahrt werden wir einige Minuten am Bug von einem verspielten Delfin begleitet. Auf beiden Tauchgängen sehen wir insgesamt einen Schwarzspitzenriffhai, einen Stachelrochen, Barrakudas, zwei Oktopoden, Kugelfische, Thunfische und viele bunte Schwarmfische. Auch hier lassen wir uns von der Strömung gemütlich die Riffe entlang gleiten. Mit nur 6 Tauchern an Bord des Bootes haben alle genügend Platz und bereiten uns nach einer Stärkung mit Obst und Keksen auf den zweiten Tauchgang vor.

 

 

Mein Fazit:

Sansibar ist ein traumhaftes Reiseziel für erkundungsfreudige Urlauber, Taucher und solche, die es werden wollen. Kombiniert mit einer Safari auf den Spuren der Big 5 oder einer Tour zum Kilimandscharo garantiert dieses faszinierende Land mit seinen Menschen unbeschreiblich schöne Urlaubsmoment, die so einmalig wie ungewöhnlich sind und jedem Besucher lange im Gedächtnis bleiben. Also auf nach Tansania, auf nach Sansibar!

 

     
Eure Katja

Orca, Ihre Tauchexperten

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